Urban Legends of San Andreas: Die Puppe von Grapeseed

Willkommen zu einer neuen Urban Legend of San Andreas. In der heutigen Ausgabe geht es um eine Puppe, die verhängnisvoll sein kann.


Grapeseed – ein ruhiges, ländliches Gebiet voller Farmen, verlassener Scheunen und staubiger Feldwege. Doch unter den Bewohnern gibt es eine Geschichte, die nur geflüstert wird. Eine Geschichte über eine Puppe, die niemals zurückbleibt.

Die Legende begann in den 1940er Jahren, als eine Familie namens Hargrove eine kleine Farm am Rand von Grapeseed betrieb. Sie hatten eine Tochter, Abigail, die für ihre eigenartige Verbindung zu einer alten Porzellanpuppe bekannt war. Wo immer Abigail war, war auch die Puppe – mit ihrem blassen Gesicht, den dunklen Glasaugen und dem leicht geöffneten Mund, als wollte sie sprechen.

Eines Nachts jedoch kam es zu einer Tragödie. Ein Feuer brach in der Scheune aus, und Abigail wurde darin eingeschlossen. Als die Flammen gelöscht waren, fand man nichts weiter als Asche und verkohltes Holz. Doch etwas überstand das Feuer unbeschadet: die Puppe.

Die Familie war verstört, doch anstatt sie zu entsorgen, stellten sie sie auf den Kamin. Doch dann begannen die merkwürdigen Dinge.

Jeden Morgen war die Puppe nicht mehr an ihrem Platz.

Zuerst dachten die Hargroves, jemand aus der Familie hätte sie umgestellt – doch niemand wollte es gewesen sein. Bald fanden sie die Puppe an ungewöhnlichen Orten: auf dem Esstisch, im Flur, einmal sogar auf dem Bett der Mutter. Dann begannen die Türen in der Nacht zu schlagen, und Schritte waren auf den Dielen zu hören – obwohl niemand wach war.

Der Vater, inzwischen überzeugt, dass die Puppe verflucht war, entschied sich, sie loszuwerden. Er fuhr mit seinem Wagen weit hinaus in die Berge des Mount Chiliad und vergrub sie tief im Boden. Er kehrte nach Hause zurück, erleichtert – bis zum nächsten Morgen.

Die Puppe saß wieder auf dem Kamin.

Nach diesem Ereignis soll die Familie die Farm verlassen haben. Das Haus wurde über die Jahre mehrfach verkauft, doch keiner der neuen Besitzer blieb lange. Ein Bauer, der in den 1970er Jahren das Grundstück übernahm, berichtete, dass seine Tochter eine alte Puppe in der Scheune gefunden hatte – genau so, wie sie Jahrzehnte zuvor beschrieben wurde. Kurz danach verließ er Grapeseed und sprach nie wieder über den Vorfall.

Heute ist die Farm abgerissen. Doch Wanderer und neugierige Besucher berichten, dass manchmal, wenn man durch das hohe Gras des verwilderten Grundstücks streift, ein seltsamer Schimmer im Fenster zu sehen ist.

Eine Porzellanpuppe, mit dunklen Glasaugen, die scheinbar immer in die Richtung desjenigen schaut, der sie entdeckt.

Manche sagen, wenn man sie berührt, wird man sie nie wieder los.

Falls Sie also an Grapeseed vorbeikommen und das Gefühl haben, beobachtet zu werden – sehen Sie nicht ins Fenster.

Denn die Puppe wartet. Und sie sucht vielleicht ein neues Zuhause.