Willkommen zu einer neuen Urban Legend of San Andreas. In der heutigen Ausgabe geht es um eine hungrige Bestie, die in den Wäldern lauert.
Die Wälder und Schluchten des Raton Canyon gelten als eine der schönsten, aber auch gefährlichsten Regionen von San Andreas. Wanderer verlieren sich, wilde Tiere streifen durch die Dunkelheit – doch unter den Einheimischen gibt es eine Legende, die weit beunruhigender ist als ein gewöhnlicher Berglöwe oder Kojote.
Eine Geschichte über eine Kreatur, die nicht gesehen werden möchte – und doch nie weit entfernt ist.
Die ersten Berichte über die sogenannte „Bestie von Raton Canyon“ stammen aus den 1920er Jahren, als Viehhirten begannen, verstümmelte Kadaver in den Bergen zu finden. Die Tiere wiesen keine typischen Bissspuren auf, sondern waren entsetzlich aufgeschlitzt, als hätte etwas sie mit chirurgischer Präzision auseinandergenommen. Ihr Blut war vollständig abgelassen, doch kein Tropfen war in der Umgebung zu finden.
Zunächst glaubten die Rancher, ein wilder Puma oder eine Sekte könnte dahinterstecken. Doch dann sah jemand es.
Ein junger Jäger schwor, dass er spät in der Nacht eine unbekannte Kreatur am Waldrand beobachtete. Er beschrieb sie als groß, gebückt, mit einem dürren, aber muskulösen Körper, bedeckt mit unregelmäßigen, fleckigen Hautfetzen. Ihr Kopf war langgezogen, fast wie ein Kojotenschädel, aber mit viel zu vielen Zähnen. Doch das Beunruhigendste war, dass sie ihn bemerkte, bevor er sich überhaupt bewegte.
„Es wusste, dass ich da war. Noch bevor ich es gesehen hatte.“
Seitdem tauchten immer wieder ähnliche Berichte auf. Camper hörten nachts ein seltsames, gurgelndes Knurren, das aus dem Unterholz kam – aber sobald sie ihre Taschenlampen darauf richteten, war nichts zu sehen. Manche behaupteten, die Bestie bewege sich so schnell, dass das Auge sie kaum erfassen könne. Andere sahen leuchtende, gelbliche Augen in der Ferne, die lautlos zwischen den Bäumen aufblitzten – und plötzlich viel näher waren, als sie hätten sein sollen.
Die Ältesten in Paleto Bay nennen sie den „Zerrissenen“ – eine Kreatur, die zwischen den Schatten existiert und sich nur zeigt, wenn sie es will. Manche sagen, es sei das Ergebnis eines uralten Fluchs, andere glauben, dass es in den Wäldern von San Andreas eine Kreatur gibt, die älter ist als die ersten Siedler, vielleicht älter als die Wälder selbst.
Doch es gibt eine Regel, die jeder in der Umgebung kennt:
Wenn Sie nachts im Raton Canyon unterwegs sind und das Gefühl haben, dass etwas Sie beobachtet – dann laufen Sie nicht. Halten Sie den Atem an. Und hoffen Sie, dass es nicht gerade Hunger hat.